Einbrennen leicht gemacht: Neue Gusseisenpfanne richtig vorbereiten

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    Kurz gesagt: Eine neue unbeschichtete Gusseisenpfanne sollte vor dem ersten Einsatz vorbereitet und eingebrannt werden. Entscheidend sind eine sehr dünne Ölschicht, ausreichend hohe Temperatur und Geduld beim Abkühlen.

    Als Hersteller von Gusseisen-Kochgeschirr kennen wir die häufigsten Fragen: Welches Öl eignet sich zum Einbrennen? Welche Temperatur ist richtig? Muss man den Vorgang mehrfach wiederholen? Und warum wird die Oberfläche manchmal klebrig? Diese Anleitung erklärt den Ablauf Schritt für Schritt.

    Hat Ihre Pfanne bereits Rost angesetzt? Dann lesen Sie unsere Anleitung zur Rostentfernung bei Gusseisenpfannen →


    Warum muss man eine Gusseisenpfanne einbrennen?

    Beim Einbrennen wird eine sehr dünne Ölschicht erhitzt, bis sie sich chemisch verändert und eine feste Schutzschicht auf der Oberfläche bildet. Dieser Prozess wird Polymerisation genannt. Die entstehende Patina schützt unbeschichtetes Gusseisen vor Korrosion und verbessert mit der Zeit die Brateigenschaften.

    Wichtig: Einbrennen betrifft unbeschichtetes Gusseisen. Emailliertes Gusseisen wird nicht auf dieselbe Weise eingebrannt.

    Gusseisenpfanne einbrennen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Schritt 1: Pfanne reinigen und vollständig trocknen

    Reinigen Sie eine neue unbeschichtete Gusseisenpfanne vor dem ersten Einbrennen mit warmem Wasser und etwas mildem Spülmittel, um Produktions- oder Schutzrückstände zu entfernen. Danach muss die Pfanne vollständig trocken sein.

    Am sichersten ist es, die Pfanne nach dem Abtrocknen noch kurz auf dem Herd bei niedriger Wärme zu erwärmen, damit auch die letzte Restfeuchtigkeit verdunstet.

    Gusseisenpfanne vor dem Einbrennen reinigen und trocknen

    Schritt 2: Eine sehr dünne Schicht Öl auftragen

    Geben Sie eine kleine Menge Öl auf die Pfanne und verteilen Sie es mit Küchenpapier auf der gesamten unbeschichteten Oberfläche. Anschließend wischen Sie so lange nach, bis die Oberfläche fast trocken aussieht.

    Das ist einer der wichtigsten Schritte: Zu viel Öl bildet keine bessere Patina, sondern kann klebrige oder fleckige Stellen hinterlassen.

    Gusseisenpfanne dünn mit Öl zum Einbrennen einreiben

    Schritt 3: Im Backofen bei ca. 230 °C einbrennen

    Heizen Sie den Backofen auf etwa 230 °C vor. Stellen Sie die Pfanne mit der Öffnung nach unten auf den Rost. Ein Backblech darunter kann mögliche Öltropfen auffangen.

    Lassen Sie die Pfanne etwa 60 Minuten im heißen Ofen. Danach den Ofen ausschalten und die Pfanne im Ofen langsam abkühlen lassen.

    Gusseisenpfanne im Backofen bei 230 °C einbrennen

    Schritt 4: Bei Bedarf 2–3 Mal wiederholen

    Eine einzelne Runde erzeugt bereits eine Grundschicht. Für eine gleichmäßigere und robustere Anfangspatina können Sie den Vorgang insgesamt 2–3 Mal wiederholen. Zwischen den Durchgängen muss die Pfanne ausreichend abkühlen, bevor erneut eine hauchdünne Ölschicht aufgetragen wird.


    Welches Öl eignet sich zum Einbrennen?

    Zum Einbrennen eignen sich neutrale Pflanzenöle, die sich dünn verteilen lassen und für hohe Temperaturen geeignet sind. Bewährt sind insbesondere:

    • Rapsöl: gut verfügbar, neutral und unkompliziert.
    • Sonnenblumenöl: ebenfalls geeignet, sofern es hocherhitzbar ist.
    • Traubenkernöl: lässt sich sehr dünn auftragen und eignet sich gut für hohe Temperaturen.
    • Leinöl: wird häufig zum Einbrennen verwendet, ist aber nicht zwingend erforderlich.

    Wichtiger als eine bestimmte Ölsorte ist, dass die Schicht extrem dünn aufgetragen wird. Eine dicke Ölschicht führt häufig zu einer klebrigen Oberfläche.

    Welche Temperatur ist zum Einbrennen richtig?

    Für das Einbrennen im Backofen empfehlen wir bei einer BIOL Gusseisenpfanne etwa 230 °C. Die Temperatur muss hoch genug sein, damit das Öl polymerisieren kann. Gleichzeitig sollte die Pfanne nicht unnötig überhitzt werden.

    Da Backöfen unterschiedlich genau regeln, ist die Temperatur als praxisnahe Orientierung zu verstehen. Entscheidend sind eine dünne Ölschicht und ausreichend lange Einbrennzeit.


    Die häufigsten Fehler beim Einbrennen

    Zu viel Öl verwenden

    Das ist der häufigste Fehler. Die Pfanne soll nach dem Einölen nicht sichtbar nass glänzen. Wischen Sie überschüssiges Öl konsequent ab.

    Die Pfanne nicht vollständig trocknen

    Restfeuchtigkeit fördert Rost und kann eine gleichmäßige Patina verhindern. Die Pfanne muss vor dem Einölen vollständig trocken sein.

    Zu niedrige Temperatur

    Ist der Ofen nicht heiß genug, kann das Öl klebrig bleiben, statt eine feste Schutzschicht zu bilden.

    Zu dicke Schichten mehrfach übereinander auftragen

    Mehr Öl bedeutet nicht mehr Schutz. Besser sind mehrere sehr dünne Schichten als eine dicke.

    Die heiße Pfanne abrupt abkühlen

    Lassen Sie die Pfanne nach dem Einbrennen langsam abkühlen. Große Temperatursprünge sollten bei massivem Gusseisen vermieden werden.


    Warum ist die Gusseisenpfanne nach dem Einbrennen klebrig?

    Eine klebrige Oberfläche entsteht meist durch zu viel Öl oder eine zu niedrige bzw. zu kurze Erhitzung. In diesem Fall können Sie die Pfanne erneut im heißen Ofen erhitzen. Bleibt die Oberfläche danach klebrig, reinigen Sie die betroffenen Stellen und beginnen Sie mit einer deutlich dünneren Ölschicht erneut.

    Kann man eine Gusseisenpfanne auf dem Herd einbrennen?

    Ja, grundsätzlich ist das möglich. Für eine neue Pfanne ist der Backofen jedoch praktischer, weil Boden, Seitenwände und Außenfläche gleichmäßiger erhitzt werden. Auf dem Herd eignet sich das Einbrennen vor allem zum schnellen Nachpflegen einzelner Bereiche.

    Wie oft muss eine Gusseisenpfanne eingebrannt werden?

    Eine gut aufgebaute Patina muss nicht regelmäßig vollständig neu eingebrannt werden. Durch normales Braten mit etwas Fett entwickelt sich die Oberfläche weiter. Ein erneutes Einbrennen ist vor allem sinnvoll, wenn:

    • Rost entfernt wurde,
    • die Patina stark beschädigt ist,
    • größere blanke Stellen entstanden sind,
    • die Pfanne intensiv gereinigt oder abgeschliffen wurde.

    Pflege nach dem Einbrennen

    Nach dem Kochen die Pfanne etwas abkühlen lassen, mit warmem Wasser reinigen und gründlich trocknen. Bei Bedarf kann auch etwas mildes Spülmittel verwendet werden; entscheidend ist, dass die Pfanne nicht lange feucht bleibt und nicht in die Spülmaschine kommt.

    Bei unbeschichtetem Gusseisen genügt nach dem Trocknen eine sehr dünne Ölschicht, wenn die Oberfläche trocken oder matt wirkt. So bleibt die Patina geschützt und die Pfanne ist für den nächsten Einsatz bereit.


    Häufige Fragen zum Einbrennen

    Muss jede neue Gusseisenpfanne eingebrannt werden?

    Unbeschichtetes Gusseisen profitiert von einer gut aufgebauten Patina. Ist eine Pfanne bereits werkseitig eingebrannt oder vorbehandelt, kann der erforderliche Aufwand geringer sein. Emailliertes Gusseisen wird nicht auf diese Weise eingebrannt.

    Wie lange dauert das Einbrennen?

    Pro Durchgang etwa eine Stunde im Backofen, zusätzlich zur Aufheiz- und Abkühlzeit. Für 2–3 Durchgänge sollten Sie entsprechend mehrere Stunden einplanen.

    Kann ich Olivenöl zum Einbrennen verwenden?

    Für das Einbrennen sind neutrale, hocherhitzbare Öle meist praktischer. Olivenöl ist für diesen Zweck nicht unsere erste Empfehlung, insbesondere wenn es stark aromatisch oder nicht für hohe Temperaturen ausgelegt ist.

    Was ist besser: Backofen oder Herd?

    Für eine gleichmäßige Grundpatina ist der Backofen meist die bessere Wahl. Für kleine Nachbesserungen oder die laufende Pflege kann auch der Herd sinnvoll sein.


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